Wie werbe ich im Onlineshop mit Streichpreisen?

31.03.2016, Kategorien: Rechtliches


Ähnlich wie in unterschiedlichen Formen angelegte Rabattaktionen ist auch die Nutzung von „
Streichpreisen“ als Werbemittel für eine höhere Verkaufsrate ein klassisches Instrument im Handel, sowohl online als auch im Laden. Dabei können Streichpreise im Onlineshop in vergleichbarer Art wie in Prozent angegebene Rabatte einfache, verständliche und schnelle Hinweise für Kunden sein und durch ihre direkte Darstellungsweise den Verkauf ankurbeln; sei es zu saisonal bedingten Verkaufsaktionen oder auch bei Ladenumzügen oder in bestimmten Fällen auch bei Insolvenzen oder Geschäftsschließungen.

Ebenso muss man bei Nutzung von durchgestrichenen Preisen, die den neuen und niedrigeren Preisen im direkten Vergleich gegenüber gestellt werden auch wie bei der Führung von Rabattaktionen einige Punkte im Auge behalten, die im Wettbewerb der Händler bei Nichtbeachtung zu den bekannten Nachteilen führen können; Abmahnungen und Klagen sind mittlerweile auch in diesem Bereich keine Seltenheit mehr sondern bedauerlicherweise ein wachsendes Hindernis geworden. Geprüfter Webshop nennt Ihnen die wichtigsten Punkte und Fehlerquellenbei der Werbung mit Streichpreisen unter Einbeziehung der aktuellen Rechtsprechung und zeigt Ihnen auf wie Sie im Onlineshop mit Streichpreisen richtig werben.

Unverbindliche Preisempfehlung

In vielen Fällen wird dem neuen Preis die vom Händler ausgehende unverbindliche Preisempfehlung ( UVP ) gegenübergestellt um zu suggerieren, dass der Preis des Händlers einen großen Vorteil und ein hohes Ersparnis verglichen mit dem des Herstellers darstellt. Dies ist grundsätzlich auch möglich, allerdings muss man als Händler dann auch nachweisen können, dass eine entsprechende UVP auch existiert und im Zweifelsfalle auch die Verbindung des Originalpreises zum Hersteller nachweisen können. Das Landgericht Bochum entschied in der Problematik erst im September 2015, dass es eine abmahnfähige Irreführung darstellt, wenn keine UVP vorgegeben war und sich der Streichpreis mithin nur auf einen fiktiven Herstellerpreis bezieht  (Urteil 14 O 55/15 vom 15. September 2015 am LG Bochum).

Künstlicher Zeitdruck ist nicht erlaubt

Im selben Urteil wurde auch auf die Nutzung einer rückwärts laufenden Uhr eingegangen, wie sie auch öfter in Onlineshops vorzufinden ist und die dem Kunden ein Zeitlimit darstellen soll, bis zu dessen Beendigung die ausgewiesenen Streichpreise gültig sind. Im konkreten Fall lief die Uhr über eine Dauer von 96 Stunden rückwärts und begann ihren Countdown dann erneut mit der gleichen Zeitspanne. Auch dies wertete das Bochumer Gericht als Irreführung, da man als Kunde leicht denken konnte, der Streichpreis gelte nur im Rahmen der dargestellten Zeitspanne, was jedoch nicht stimmte. Dadurch wird der Kunde unzulässig unter Zeitdruck gestellt und zum Kaufabschluss gedrängt, somit sollte bei der Nutzung solcher Darstellungen entweder eine korrekte Zeitangabe erfolgen oder von Beginn an ganz darauf verzichtet werden.

Abbruch, Verlängerung und Befristung beachten

Bei Streichpreisen gilt außerdem wie eingehend bereits erläutert eine sehr übereinstimmende Sicht in Hinblick auf einen Abbruch, die Verlängerung und die Befristung einer entsprechenden Werbemaßnahme. Dazu bedarf es dem Einzelfall zu entnehmenden Gründen, bei Aktionsverlängerungen ist darauf zu achten, dass diese nicht möglichen im Vorhinein ausgewiesenen festen Datumsbegrenzungen entgegenstehen. Hierbei gelten ähnliche Regelungen wie bei vergleichbaren Rabattaktionen (Lesen Sie hierzu auch unseren Blog Verlängerung von befristeten Rabattaktionen ist unzulässig).

Übertriebene Originalpreise oder Preisdifferenzen vermeiden

Die Gegenüberstellung von falschen und übertrieben voneinander abweichenden Preisen – im Handel als Mondpreise bekannt – ist ebenfalls nicht erlaubt. Damit sind üblicherweise Preisangaben gemeint, die der ausweisende Händler noch nie ernsthaft verlangt oder vor sehr langer Zeit gefordert hatte.


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