Zahlung auf Rechnung im Onlineshop - Wie mahne ich richtig?

26.06.2015, Kategorien: Onlineshops


Richtig mahnen inklusive Mustervorlagen

Die Anzahl der Bezahlmöglichkeiten beim Kauf von Waren im Internet steigt fortwährend. Im Vergleich zu anderen Ländern, in welchen der generelle Kauf per Kreditkarte oder z.B. Paypal auch im E-Commerce schon länger als Standard gilt, ist in Deutschland das Bezahlen per Rechnung nach wie vor mit Abstand am beliebtesten. Was für den Kunden durchaus einen Vorteil darstellt, kann für Shopbetreiber jedoch oftmals nachteilige Wirkungen haben.

Dies gilt insbesondere für den Fall, dass die Ware nicht bezahlt wird. Die Kaufpreiszahlung ist ab dem Zeitpunkt einforderbar, ab dem eine Kaufpreisforderung gültig ist. Diese Vereinbarung zur Zahlung ergibt sich grundsätzlich aus den AGB und kann – sofern keine anderweitigen Vereinbarungen vorliegen  - sofort eingefordert werden.

Hat der Schuldner nach Eintritt der Kaufpreisforderung nicht gezahlt, kann der Gläubiger im Mahnverfahren seine Forderung geltend machen, welches sich in mehrere Schritte aufteilt:

1.  Das Ausstellen einer „ersten Mahnung/ Zahlungserinnerung“, welche ebenso wie die zweite Mahnung zwar keiner Formvorschrift unterliegt, aber allein schon aus Nachweisgründen schriftlich per Einschreiben und mit Angabe des Datums und der entsprechenden Rechnungsnummer erfolgen sollte.  Darin soll der Kunde höflich darauf hingewiesen werden, dass eine Zahlung seinerseits noch aussteht. Eine Fristsetzung oder „Androhung“ weiterer Schritte ist nicht zu empfehlen, da in den meisten Fällen der Kunde lediglich vergessen hat zu zahlen und damit der Sinn einer Zahlungserinnerung eine falsche Wirkung erzielen kann. Der Zahlungserinnerung sollte eine Kopie der Rechnung beigefügt sein, mit dessen Hilfe der Kunde die Rechnung begleichen kann, sofern er das Original u.U. verlegt oder verloren hat. Mit der ersten Mahnung nach Eintritt der Zahlungsfälligkeit kann der Gläubiger bereits sog. „Verzugsschäden“  (Verzugszinsen oder ggf. Anwaltskosten) geltend machen. Der Schuldner gerät grundsätzlich 30 Tage nach Zahlungsfälligkeit und Zugang einer Rechnung in Verzug,  sofern vertraglich keine anderen Vereinbarungen getroffen wurden. Ein Muster erste Mahnung haben wir bereits für Sie erstellt.

2. Eine zweite Mahnung in Form einer ausdrücklichen Zahlungsaufforderung ist dann empfohlen, wenn der Kunde die Rechnung ca. 10 bis 14 Tage nach der Zahlungserinnerung noch nicht beglichen hat. Auch diese zweite Mahnung sollte per Einschreiben versendet werden und zusätzlich zur  Rechnungskopie sowie der Rechnungsnummer mit Datum wie in der ersten Mahnung eine konkrete Zahlungsfrist von i.d.R. 10 oder 14 Tagen sowie den Hinweis auf das Einschalten eines Inkassodienstleisters beinhalten. Zusätzlich ist die Aufführung von verbundenen Mahnungskosten (nach aktuell überwiegender Rechtsprechung zwischen 2,50 und 5,00 Euro für die erste Mahnung) und Verzugszinsen üblich. Ein Muster zweite Mahnung ist bereits für Sie vorgefertigt.

3. Nach ergebnislosem Ablaufen einer zweiten außergerichtlichen Mahnungsfrist empfiehlt sich die Inanspruchnahme eines seriösen und rechtlich informierten Inkassodienstleisters. Als Kunde von Geprüfter Webshop haben sie die Möglichkeit, eine solche Unterstützung aus unserem Leistungsportfolio zu erhalten, welche wir durch unsere Fachanwälte anbieten.
Eine immer weiter verbreitete Möglichkeit zur Verhinderung von Zahlungsausfällen bietet zusätzlich die gebührenpflichtige Inanspruchnahme von Zahlungsanbietern wie „Klarna“, „Billpay“ oder „Sofortüberweisung“. Diese übernehmen zu unterschiedlichen Konditionen das Risiko der Rechnungszahlung für den Gläubiger.


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