Sind automatische Bestätigungsmails Spam?

02.03.2015, Kategorien: Rechtliches


Zählen automatische Bestätigungsmails als Spam?

Erneut sorgt ein aktuelles Gerichtsurteil für Unsicherheiten in Bezug auf die korrekte Umsetzung von speziellen Anwendungen zum Kundenkontakt bei E-Shops. Im konkreten Fall hat das Amtsgericht Weißensee im Januar eine Entscheidung darüber geschlossen, ob und inwiefern Bestätigungsmails – unabhängig davon ob diese automatisiert erstellt werden oder nicht- bei Registrierungen in einem Online-Shop als Spam gewertet und zum Abmahnungsgrund werden können. Das Gericht entschied dabei zugunsten eines Klägers, welcher die Bestätigungsmail eines E-Händlers als unerwünschte Zusendung empfand und dies damit begründete, dass die Registrierung nicht über seine Email-Adresse vorgenommen worden sei.

Entsprechend dem Urteil müssen E-Commerce-Betreiber somit nachweisen können, dass der jeweilige Inhaber einer Email-Adresse, an die eine solche Bestätigungsnachricht gesendet wurde die Registrierung vorgenommen hat und mit der Zusendung der Mail einverstanden war.

Wenngleich der Schutz der Verbraucher und im speziellen deren Persönlichkeitsrechte mit Sicht auf die Problematik von Spam-Mails als sehr hoch eingestuft  werden müssen, so stellt die momentane Situation jedoch für die Seite der Shopbetreiber eine schwer lösbare Aufgabe dar.

Da die juristische Bewertung noch nicht durch ein letztinstanzliches Urteil abgeschlossen ist und ein möglicher Gang an weitere Gerichte aussteht, sind aktuell folgende Umgangsweisen möglich, von denen jedoch keine zu 100% vollumfänglich zufriedenstellend erscheinen kann:

1.  Der vollständige Verzicht auf eine Registrierungsfunktion, welcher  zwar vor Abmahnungen, nicht jedoch vor logistisch störenden Test – oder sogenannten „Spaßbestellungen“ schützt.

2. Sie belassen eine Registrierung des Shopkunden ohne jedoch eine Bestätigungsmail zu verschicken. Dabei kann ein Hinweis auf der Seite eingefügt werden, der auf die automatische Registrierung ohne eine Bestätigungsbenachrichtigung hinweist und einfach weiter zum Kundenlogin führt. Dies stellt dennoch eine unzureichende Lösung für den Käufer dar, weil dieser nicht sicher sein kann, ob seine Registrierung erfolgreich gewesen ist.

3. Das Einsetzen einer Verifizierungs-Mail (ähnlich dem „double-opt-in-Verfahren“ bei Newslettern), die werbefrei (!) durch das Anklicken eines beigefügten Links die Registrierung im Shop durch den Kunden bestätigt. Ein zusätzlicher Hinweis darauf, dass bei Nichtaktivierung des Links der Nutzer aus dem Mailverteiler gelöscht wird und er auch keine weiteren Nachrichten erhält ist in der Mail höchst empfehlenswert!

4. Belassen Sie den Registrierungsablauf aktuell so wie er ist. Zwar ist damit das Abmahnungsrisiko nicht gebannt, logistisch und wirtschaftlich stellt dies im Moment jedoch die vernünftigste Alternative dar, weil bisher lediglich die Entscheidung eines Amtsgerichtes vorliegt und diese noch durch ein Urteil aus höherer Instanz gekippt werden kann.

Ein weiteres Abmahnungsrisiko sind laut einem Gerichtsbeschluss des AG Düsseldorf vom Oktober 2014 zudem unbestätigte Feedbackanfragen. Diese werden ebenfalls als Spam-Mail und somit als unerwünschte Benachrichtigungen gewertet, sofern der Kunde ihnen nicht vorher explizit zugestimmt hat. Darunter fallen auch lediglich Ankündigungen von Feedbackanfragen.

Für Fragen rund um das Thema automatische Bestätigungsmails stehen Ihnen unsere Mitarbeiter per Mail unter kontakt@gepruefter-webshop.de oder telefonisch unter der bekannten Rufnummer gern zur Verfügung.


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