Die Preisangabenverordnung beim Onlineshop

15.01.2014, Kategorien: Rechtliches


Preisangabenverordnung beim Onlineshop beachten

Beim Onlinehandel gilt es für Shopbetreiber vor allem die Preisangabenverordnung gesetzeskonform umzusetzen. Dass dies nicht immer so einfach ist, zeigen unzählige Abmahnungen wegen fehlenden oder falschen oder falsch positionierten Preisangaben. Das Team von Geprüfter Webshop informiert allgemein, was unter der Preisangabenverordnung zu verstehen ist und welche Preisangaben wann und wo anzugeben sind.

Welche Preisangaben sind zu machen

Die Preisangabenverordnung, kurz PAngV, verpflichtet Shopbetreiber, zum Schutz der Verbraucher, beim Onlinehandel Endpreise anzugeben. Endpreis bedeutet die Angabe des Preises zuzüglich Umsatzsteuer, Versandkosten und sonstiger Preisbestandteile anzugeben. In der Regel sind dies beim Onlineshop die Angabe des Preises inkl. Mwst. zzgl. Versandkosten. Unter sonstige Preisbestandteile fallen z.B. Gebühren für Einfuhren und Zölle.

Wann haben die Preisangaben zu erfolgen

Ganz wichtig beim Onlineshop ist, dass die oben genannten Preisangaben nicht erst am Ende der Bestellung, in Form einer Bestellübersicht, erfolgen, sondern bereits vor Einleiten des Bestellungvorgangs. Denn Shopbetreiber sind gemäß Preisangabenverordnung verpflichtet, vor Einleiten der Bestellung den Verbraucher über ihre Endpreise zu informieren. Vor Einleiten des Bestellvorgangs bedeutet konkret: Endpreise sind dort anzugeben, wo der Verbraucher Produkte in den Warenkorb legen kann. Dies hat zur Folge, dass Onlineshops, die bereits in der Produktübersicht die Möglichkeit bieten, Produkte in den Warenkorb zu legen, auch dort bereits die Angabe der Endpreise zu vollziehen haben. In der Regel hat bei den meisten Shops die Angabe der Endpreise bei den Produktdetailseiten zu erfolgen, da die Produktübersicht lediglich als Informationsseite ohne dem Button „Zum Warenkorb“ angelegt ist.

Die einzelnen Preisangaben im Überblick

Mehrwertsteuer: Gemäß mehreren Urteilen des Bundesgerichtshofes genügt es, wenn die Angaben zur Mehrwertsteuer wie beispielsweise „inkl. Mwst.“ oder zzgl. „19% Mwst.“ alsbald sowie leicht erkennbar oder gut wahrnehmbar auf einer gesonderten Seite angegeben werden, die noch vor Einleitung des Bestellvorgangs notwendig aufgerufen werden muss. Damit reicht es grundsätzlich aus, wenn die Angabe der Mehrwertsteuer auf den Seiten erfolgt, wo die Produkte zum Warenkorb gelegt werden können. Aufgrund des Passus „leicht erkennbar und gut wahrnehmbar“ ist uns hier, wie ab und zu üblich, ein Arbeiten mit Sternchen und der Hinweis zur Mehrwertsteuer ganz unten auf der Webseite zu unsicher. Shopbetreiber sollten hier zu ihrer eigenen Sicherheit die Angabe der Mwst. direkt neben dem Preis platzieren. Über den Sonderfall der Kleinunternehmerregelung können Sie sich hier informieren.

Versandkosten: Wie die Mehrwertsteuer müssen auch die Versandkosten, am besten in Verbindung, vor dem Bestellvorgang angegeben werden. Dabei müssen die Versandkosten, vor allem aus Gründen der Übersicht, nicht explizit neben dem Preis genannt werden, auch ein sog. “sprechender Link”, der dann auf die Seite der Versandkosten weiterleitet, ist gestattet. Die verlinkte Versandkostenübersicht selbst muss klar und verständlich sein, damit der Kunde den Zahlbetrag leicht ablesen bzw. berechnen kann. Liefert der Onlineshop ausschließlich versandkostenfrei kann die Angabe der Versandkosten entfallen.

Grundpreisangabe: Auch die Angabe des Grundpreises gehört zur Preisangabenverordnung und hat vor Einleiten des Bestellvorgangs zu erfolgen. Unter dem Grundpreis versteht man allgemein, dass im Handel mit Verbrauchern nicht nur der Endpreis, sondern auch der umgerechnete Preis je Mengeneinheit in unmittelbarer Nähe des Preises anzugeben ist, wenn Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche angeboten werden. Etwaige Rabatte sind dabei nicht einzuberechnen, Mehrwertsteuer und "sonstige Preisbestandteile" verstehen sich inklusive. Konkret bedeutet dies für Shopbetreiber, dass bei Produkten unter einem Kilogramm, einem Liter, einen Liter oder einem Quadratmeter die Angabe des Preises pro entsprechender Einheit zu erfolgen hat. Also wenn ein Onlineshop Tierfutter in einer 500g Packung anbietet, ist zusätzlich der Preis pro Kilogramm anzugeben. Bei Produkten die in der Regel bis zu 250 Gramm oder Millilitern angeboten werden, kann die Angabe des Grundpreises auch auf 100 Gramm bzw. Milliliter erfolgen.
Hinweis:
Da die Gerichte bisher unterschiedlich zur Positionierung der Grundpreisangabe entschieden haben empfiehlt es sich bei notwendigen Grundpreisangaben diese überall im Onlineshop, also auch in der Produktübersicht, in der Produktdetailseite oder auch auf der Startseite, wenn das Produkt zum Beispiel als Bestseller aufgeführt ist, zu hinterlegen.

Sonstige Preisbestandteile:

In dem Bereich sonstige Preisbestandteile werden alle Kosten zusammengefasst, welche zwingend erforderlich sind, um ein Produkt oder Dienstleistung zu verkaufen und folglich in die Berechnung des Endpreises integriert sind. Hierzu zählen zum Beispiel Zölle, welche folglich gesondert ausgewiesen werden müssen.

Pfand: Shopbetreiber die verpflichtet sind einen Pfand für Ihre Produkte (z.B. Getränkeverpackungen, Autobatterien) zu verlangen, müssen den Pfand, überall dort wo man die Produkte den Warenkorb hinzufügen kann, gesondert neben der Preisangabe darstellen.

Musterbeispiel zur richtigen Umsetzung der Preisangaben in Onlineshops

  • Preisangabe
  • Angabe „inkl. 19% Mwst.“
  • Angabe „zzgl. Versandkosten (verlinkt zu Versandkosten)
  • Angabe „Grundpreis: 16,33 € pro Liter“

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Gütesiegel Onlineshop