Die SEPA Lastschrift kommt

13.06.2013, Kategorien: Onlineshops


SEPA - einheitliches, europäisches Zahlungsverkehrsformat im Anmarsch

Am 01.02.2014 und damit weniger als einem Jahr ist für Unternehmen, Vereine und andere gewerbliche Teilnehmer die Nutzung des neuen europäischen Zahlungsverkehrs SEPA verpflichtend vorgeschrieben. Die Verwendung der bis dato gültigen, nationalen Datenformate ist dann nicht mehr möglich. Unternehmen, Vereine und andere gewerbliche Teilnehmer müssen bei der Abwicklung Ihres Zahlungsverkehrs ab dem 01.02.2014 bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen. So ist ab dem genannten Zeitpunkt die Nutzung von Kontonummer und Bankleitzahl nicht mehr möglich. Stattdessen müssen IBAN (International Bank Account Number) und BIC (Banl Identifier Code) verwendet werden.

Was ist SEPA eigentlich genau und wofür ist es gut?

Das Kürzel SEPA steht für Single Euro Payments Area. Diese bezeichnet den vereinheitlichten europaweiten Zahlungsraum für Transaktionen in Euro.

Die Einführung des SEPA-Verfahrens dient dazu, den Zahlungsverkehr in Europa zu vereinheitlichen und zu vereinfachen. Damit ist SEPA ein wichtiger Schritt für eine  politische und wirtschaftliche europäische Gemeinschaft: Die europäischen Märkte wachsen immer weiter zusammen, Grenzen werden aufgehoben. Eben genauso, wie es der Euro als Gemeinschaftswährung bereits demonstriert. Zahlungen innerhalb Deutschlands wie zum Beispiel Überweisungen oder Lastschriften werden also künftig nach den gleichen Gesetzmäßigkeiten abgewickelt wie grenzüberschreitende Zahlungen. Die Vereinheitlichung des Zahlungsverkehrs betrifft im Übrigen auch Übertragungsdauer und Auftragskosten von Zahlungen.

Wer nimmt am SEPA-Verfahren teil?

Der einheitliche europäische Zahlungsverkehrsraum gilt mit dem 1. Februar 2014 neben Deutschland in weiteren 32 Teilnehmerstaaten. Dazu zählen die EU-Mitgliedsstaaten Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Zypern. Auch Island, Liechtenstein und Norwegen gehören als Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums dazu. Außerdem nehmen auch die Schweiz, Monaco, Mayotte, Saint-Pierre und Miquelon am SEPA teil.

Onlineshops mit Lastschrifteinzug besonders von Änderung betroffen

Nicht nur Standardüberweisungen und Lastschriften sind von SEPA betroffen. Auch andere Zahlungsarten wie z.B. Löhne/Gehälter, Vermögenswirksame Leistungen, Spendenzahlungen, Umbuchungen oder Daueraufträge werden zukünftig im SEPA-Verfahren abgewickelt. Wer beispielsweise bisher Lastschriften im Einzugsermächtigungsverfahren eingezogen hat muss diese durch die SEPA-Basislastschrift ersetzen. Für die Genehmigung zum Einzug der Lastschrift muss zukünftig ein sog. Lastschrift-Mandat vorliegen. Dieses Lastschrift-Mandat erhält eine eindeutige Mandatsreferenz und muss beim Zahlungspflichtigen mitgeteilt werden. Zusätzlich ist für den Einzug von Lastschriften im SEPA-Verfahren die Beantragung einer Gläubiger-Identifikationsnummer bei der Bundesbank (https:/extranet.bundesbank.de/scp/) erforderlich. Auch diese Gläubiger-ID muss dem Zahlungspflichtigen mitgeteilt werden.

All diese Veränderungen haben zur Folge, dass der Einzug von Lastschriften zukünftig einen deutlichen Verwaltungsmehraufwand verursacht und sich bei Nichteinhaltung das Risiko der Lastschriftrückgabe durch den Zahlungspflichtigen auf 13 Monate erhöht. Für die Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen wurde oft der sog. Abbuchungsauftrag genutzt. Auch hierfür stellt SEPA einen vergleichbaren Zahlungsauftrag, die SEPA-Firmenlastschrift, zur Verfügung.

Checkliste für Online-Händler

Der organisatorische Aufwand zur Umstellung auf die SEPA-Lastschrift ist nicht zu unterschätzen. Um Ihnen die Arbeit zu erleichtern, haben wir Ihnen eine To-do-Liste zusammengestellt. Online-Unternehmen sollten also

  • die korrekte Art der SEPA-Lastschrift auswählen
  • das firmeneigene IT-System darauf ausrichten
  • eine Gläubiger-ID rechtzeitig in Antrag stellen
  • ein Mandatsformular erarbeiten und von den Verbrauchern unterschreiben lassen
  • den Ablauf der Mandatsverwaltung definieren
  • die AGB und Briefvorlagen den neuen Regelungen anpassen

Übergangsfrist für SEPA Umstellung soll verlängert werden

Wie nun bekannt gegegeben wurde beabsichtigt die EU-Kommission die Übergangsfrist um 6 Monate zu verlängern. Anstelle des 01.02.2014 soll nun der 01.08.2014 als Umstellungstermin fungieren. Mit der Verlängerung der Übergangsfrist zielt die EU-Kommision darauf ab ein europäisches Zahlungsverkehrschaos zu vermeiden. Trotz der Verlängerung der Frist sollten Shopbetreiber die notwendigen Veränderungen vornehmen.

Wie reagieren Kunden auf die Umstellung?

Für Verbraucher bringt die SEPA-Umstellung eigentlich keine spürbaren Änderungen mit sich. Schließlich unterscheidet sich die Auswirkung einer SEPA-Lastschrift kaum von den bisherigen Lastschriften. Was sich aber deutlich ändert und auf Begeisterung von Seiten der Kunden stoßen wird, ist die erhöhte Transparenz und der Verbraucherschutz: Noch vor dem Kontoabzug ist nämlich klar, wer, wann, wieso und wie viel Geld vom Konto abziehen möchte. Besitzt das Unternehmen, welches die Lastschrift ausgeführt hat, kein akzeptiertes SEPA-Lastschriftmandat, hat der Kunde wie jetzt auch 13 Monate Zeit der Lastschrift zu widersprechen.


Gütesiegel Onlineshop